Erfolgsgeschichten aus Hessen


Neue Chancen nutzen -
Warum auch ein abgelehnter Antrag nicht vergebens ist

Prof. Quint, Hochschule Rhein-Main

 

Professor Dr. Werner Quint lehrt Organisation und Informationsmanagement am Fachbereich Design Informatik Medien der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Er fand mithilfe des EEN Hessen Partner für ein europäisches Projekt im Programm Eurostars. Projektziel ist, eine Geschäftsprozess-Software basierend auf Open Source-Technologien zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Sie soll Unternehmensbereiche wie Produktentwicklung, Fertigung, Vertrieb und Finanzen durchgängig verbinden und die Daten durch generische Schnittstellen übertragen. So können die organisatorischen Abläufe verbessert, Prozesse beschleunigt und Kosten gespart werden.

Wie haben Sie das EEN Hessen kennen gelernt?

Ich war 2012 auf einer Informationsveranstaltung des EEN zu „Informations- und Kommunikationstechnologien“ im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU in Darmstadt. Dort entdeckte ich eine Pinnwand mit Partnergesuchen für europäische Projekte. Das fand ich spannend, denn ich suchte gerade selbst Projektpartner. So wendete ich mich an das EEN.

Welche Kriterien spielten bei der Partnersuche eine Rolle?

Eine deutsche Softwarefirma hatte ich schon an der Hand, suchte für diese aber noch ein „Double“. Denn ich wollte Aufgaben in der Prozessentwicklung splitten, um die Schnittstellenentwicklung in der neuen Geschäftsprozess-Software aufzuteilen. Das EEN half mir zunächst, mein Partnergesuch zu optimieren und publizierte es dann anonymisiert in ganz Europa. Erfreulicherweise erhielt ich 16 Interessensbekundungen. Sie passten zwar nicht alle, stellen aber eine wertvolle Quelle für zukünftige Projekte dar. Schließlich trennte sich die Spreu vom Weizen und wir hatten den richtigen Partner: ein südspanisches Unternehmen mit 50 Mitarbeitern. Die Kompetenzen passen inhaltlich und auch zwischenmenschlich läuft es gut. Die Spanier sind sehr engagiert, reagieren schnell und substantiell, haben selbst gute Ideen und gestalten viel mit.

Wie ging es mit der Antragstellung weiter?

Wir wollten uns zunächst an einer Informationstechnologie-Ausschreibung des 7. Rahmenprogramms beteiligen. Dank der Beratung des EEN erkannten wir jedoch, dass Eurostars das geeignetere Förderprogramm für uns ist. Wir passten den Antrag an und waren auf Empfehlung des EEN beim Eureka-Cost-Büro in Bonn, das im Auftrag des BMBF zu Eurostars berät. Nach dessen Antrags-Check vor der Einreichung am 4. April verbesserten wir unsere Projektstruktur und arbeiteten Vermarktungsaspekte noch stärker aus. Das hat sich gelohnt, denn wir wurden hier später von den Gutachtern mit hohen Punktzahlen bedacht. Es haperte jedoch bei der Darstellung der Produktinnovation, woran unser Antrag letztlich auch knapp scheiterte. Aber wir waren uns alle einig, dass wir uns durch die Ablehnung nicht entmutigen lassen, sondern an den Schwachpunkten arbeiten und gemeinsam wieder einreichen werden.

Zudem erhielten wir auf einer Tagung des VDMA, des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., positives Feedback zu unseren Projektideen und lernten die schwedische Firma Eurostep kennen, ein Leadunternehmen für technologische Innovationen. Eurostep hat selbst bereits ein EU-Projekt laufen und ist sehr erfahren. Sie finden unsere Idee attraktiv und möchten sich beteiligen. Wir sind überzeugt, dies wird für den richtigen Schub sorgen und den Antrag für die zweite Einreichung im März 2014 „aufpeppen“.

Wie können Hochschulen unser Angebot nutzen?

Wir profitierten vom EEN, da wir als Universität für angewandte Forschung nicht selbst über die nötige Infrastruktur verfügen, um ausländische Partner mit spezieller Expertise zu finden. Daher empfehlen wir, die Angebote und das Potenzial des EEN zu nutzen, denn die richtigen Partner sind das A und O. Über das EEN erhält man wirklich gute Kontakte, zu Unternehmen oder Instituten aus den verschiedensten Bereichen. Man stößt auch auf interessante Kandidaten für zukünftige Projekte. Man vernetzt sich, lädt sich gegenseitig auf Konferenzen ein und lernt sich so persönlich kennen, statt nur über Skype und Telekonferenzen. Das stärkt die Beziehung und dient längerfristig einer guten Zusammenarbeit.  

 

Professor Dr. Werner Quint
Hochschule RheinMain, Fachbereich Design Informatik Medien
http://www.hs-rm.de/dcsm


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